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Statement

Kinder brauchen männliche, vertrauensvolle, präsente Väter zum Erwachsenwerden

Als ich in der Mitte meines Lebens meine Familie verließ, stand ich vor einem Scherbenhaufen meines Mann- und Vaterseins. Ich war mir meines Mannseins unsicher, die Beziehung zur Mutter meiner Kinder war am Ende, die familiären und beruflichen Dauerbelastungen forderten ihren Tribut. Im Vergleich zu meinem eigenen Vater wollte ich ein besserer Vater für meine Kinder sein. Aus der Rückbetrachtung weiß ich, dass ich gerade in der so wichtigen pubertären Zeit für meine Kinder als männliches Vorbild, als vertrauensvoller, liebender als auch als grenzensetzender Vater weitgehend gefehlt habe. Ich war ein tendenziell "abwesender" Vater.
Wenn heute meine Kinder in ihrem Leben Fuß gefasst haben und sich auf ihrem Weg befinden, wir eine herzliche Beziehung zueinander haben, bin ich dafür nur dankbar.

Für ein neues männliches Vatersein

Ein fehlender positiver männlicher Vater war meine Hypothek, an der mein Mann- und Vatersein irgendwann gescheitert ist. Diese Hypothek habe ich lange Zeit an meine Kinder weitergegeben. Durch männliche Nachreifung habe ich einen bewussten Schritt in der Entwicklung meines Mannseins gemacht. Nachträglich versuche ich meinen Kindern als der Mann und Vater zur Verfügung zu stehen, den sie ihn brauchen.

Mein Wunsch ist es, dass ein schon seit Generationen währender Prozess des abwesenden Vaters durchbrochen wird. Väter müssen ihren Söhnen bei der Entwicklung ihrer Männlichkeit zur Seite stehen. Väter müssen ihre Töchter als geschlechtliches Gegenbild bei ihrem Frauwerden unterstützen. Das können sie nur, wenn sie in ausreichendem Maß "anwesend" und bereit sind, sich auf eine emotionale Beziehung zu ihren Kindern einzulassen.

Als Vater übernimmt man auch Verantwortung für die Zukunft der Kinder. Männliche Potenziale liegen oft brach, sind unentwickelt oder zeigen sich in destruktiven Schattenformen wie Sucht, Depression und Gewalttätigkeit. Als Vater hat man die Möglichkeit, die Kinder bei der Entwicklung ihrer Potenziale zu fördern und sie auf ihrer Suche nach Vision, nach Weite und Größe zu unterstützen.

Männliche Energie und das Vertrauen des Vaters

Meine Erfahrung und meine Überzeugung ist: Kinder brauchen, wenn sie selbstbewusste, sich selbstvetrauende erwachsene Männer und Frauen werden wollen, männliche Energie und das Vertrauen des Vaters. Während die Liebe der Mutter im Normalfall selbstredend und automatisch vorhanden ist, müssen Vertrauen und Liebe des Vaters erst errungen werden. Wenn der Vater sagt "Du bist gut, du schaffst das!", dann ist diese Bestätigung einer "außenstehenden" Person der Boden für das Selbstvertrauen der Kinder auf ihrem Weg ins eigene Leben. Eine solche vetrauensvolle männlich, väterliche Energie ist es, die Kinder brauchen, um sich aus einer nahezu symbiotischen Beziehung zur Mutter zu lösen und den Mut für das Abenteuer des eigenen Lebens zu bekommen.
In diesem Prozess hat der Vater als der Mann für die Söhne eine besondere Bedeutung. Um sich von der Mutter zu lösen, muss der Sohn Mannsein lernen. Er braucht ein männliches Vorbild, er braucht athmosphärisch spürbare, praktische männliche Energie und Anleitung.
(Buchemfehlung zum Thema: Richard Rohr, "Endlich Mann werden" )

Zuviel des Guten - das Dilemma von Vätern

Viele Väter stecken in einer kaum lösbaren Zwickmühle, häufig sogar in einem Dilemma. Sie möchten ihr Vatersein richtig leben, sind aber gleichzeitig zuständig für die ökonomische Sicherung der Familie, wollen oder müssen sich mit entsprechendem Zeitbedarf beruflich einbringen, möchten aktiv ihre Partnerschaft leben, brauchen persönlichen Freiraum zur Regeneration, ... Kommen zu den oft kaum zu bewältigenden vielen Aufgaben noch besondere z. B. gesundheitliche, psychische oder schwerwiegende äußere Probleme dazu, dann geht bald nichts mehr.
Für dieses Dilemma von Vätern gibt es keine und schon gar nicht die Lösung.

Einen eigenen persönlichen Weg finden

Verbreitete Vater-Strategien des Umgangs mit ihrer Situation sind: Alles möglichst lange und möglichst gut machen – mit der Gefahr, dass die väterliche Überforderung zu groß wird und nichts mehr geht. Oder in historischer Tradition, der Mann bringt das Geld nach Haus, die Frau ist weitgehend für die Kinder zuständig, mit der Gefahr, dass die Beziehung zwischen Vater und Kindern leidet.

Um einen möglichst guten persönlichen Weg im Umgang mit ihrer Vatersituation zu finden, sind Väter aus meiner Sicht in zweierlei Hinsicht gefordert.
Erstens müssen sie bereit sein, sich bewusst mit ihrer Situation und ihrem Mann- und Vatersein auseinanderzusetzen. Weil es dann besser möglich ist, aktiv Dinge zu gestalten und möglichst gute Lösungen zu finden. Abzuwarten bis nichts mehr geht, ist definitiv die schlechtere Wahl.
Zweitens sind Väter gefordert, egal in welcher Lebenssituation sie sich befinden, möglichst präsent und emotional offen für ihre Kinder da zu sein und zu bleiben. Kinder brauchen immer den Vater.

Welches männliche Vorbild bin ich für meine Söhne ?

Als fertiger Mann wird man nicht geboren, und von allein kann man Mannsein auch nicht lernen. Mannwerden hat mit Initiation, mit Einweihen, Einführen in das Mannsein zu tun. Diese Aufgabe gegenüber seinem Sohn kann ein Vater nicht alleine wahrnehmen. Hoffentlich findet der Sohn, wenn er sich in der Pubertät von den Eltern löst und sich gegenüber seinem Vater beweisen will, geeignete männliche Unterstützung beim Erwachsenwerden.
Aber hoffentlich hat der Vater dem Sohn auch soviel vom Mannsein vorgelebt und gezeigt, dass der Sohn ein festes Fundament und genug Selbstvertrauen besitzt, um seinen eigenen Weg zu finden.

Ich habe aus meiner persönlichen Geschichte gelernt, dass man in irgendeiner Form immer das weitergibt, was man kennt. Solange ich mich nicht bewusst mit meinem Mannsein und mit meinem Vater auseinandersetze, wird mein Verhalten gegenüber meinem Sohn viele Ähnlichkeiten mit den Verhalten meines eigenen Vaters mir gegenüber aufweisen.

Welches männliche Vorbild bin ich für meine Söhne, welches Vorbild möchte ich sein ?
Wenn Väter beginnen, sich mit dieser Frage zu beschäftigen, dann ist das in der Regel der Beginn einer spannenden Abenteuer- und Forschungsreise zu den Söhnen und zu sich selbst.

 

 

Archetypische männliche Potenziale entwickeln

Als ich vor dem Scherbenhaufen meines Mann- und Vaterseins stand, stellte sich bei mir zunehmend die Frage nach meinem Vater. Was hatte ich von ihm bekommen und gelernt, was nicht ? Irgendwie hatte ich mich nie getraut, in die Konfrontation mit meinem Vater zu gehen, wenn es um persönliche Dinge ging. Mein Vater starb überraschend, als ich mich auf den Höhepunkt meiner Krise zu bewegte. Als ich mich aus Not und der Bewusstwerdung des Vaterthemas endlich getraut hätte, meinen Vater zur Rede zu stellen, war mein Vater tot.

Jeder Mann hat die Chance, unabhängig vom Vater seine Männlichkeit zu entwickeln. Wenn er sich so akzeptiert wie er ist, und wenn er bereit ist, sich kritisch mit sich selbst auseinanderzusetzen. Unabhängig vom Vater tragen alle Männer und im Übrigen auch schon die jungen werdenden Männer sogenannte archetypische männliche Energien und Seelenmuster in sich. Die vier männlichen Grundqualitäten sind für mich bildhaft ausgedrückt die Energien von "König", "Liebhaber", "Krieger" und "Magier" . Mehr dazu auf den Seiten Mentor und Männercoach / "männliche Archetypen" und Texte / "Archetypentest".

Eine wesentliche Bedeutung und Rolle des Vaters in Bezug auf den Sohn besteht für mich genau darin, die Entwicklung von diesen männlichen archetypischen Potenzialen bewusst zu unterstützen.

© 2019 Josef Hönerlage